Erik der Rote oder die Entdeckung Grönlands
Karlsefni-Saga genannt
Erik der Rote
oder Erikur Raudi lebte ca.950 bis 1003. Der Rote, wegen seiner roten
Haare und seines wallenden Bartes. Er war schon als Kind ein schwieriger
Charakte. Er liebte Kämpfe und löste Probleme und Ungerechtigkeiten auf
seine Art.Sein Freiheitswille war sehr stark. Seine kluge Frau Thodhild
beschreibt ihn folgendermaßen : Sein Stolz hat ihm beinahe das Leben
gekostet, er hat aber auch Fleiß und Ausdauer.Als Kämpfer kenne ich
keinen Besseren. Zu mir ist er liebevoll und er kann einen Hof gut
führen.
Geboren wurde er in Norwegen, als Erikur Thorvaldsson. 960
verließ sein Vater die Heimat und ging in die Wikingerkolonie nach
Island, der Sage nach, weil er Jemanden getötet hatte
In der neuen Heimat Island kam es bei einem Streit um
Weideflächen zu einem Handgemenge. Dabei erschlug Erik mit seinen Leuten
zwei Nachbarn.Dafür wurde er, gemäß dem Gesetz der Wikinger, für 3 Jahre
in die Verbannung geschickt. Das hieß, er mußte die Insel
verlassen.
Statt wieder in seine eine alte Heimat Norwegen zu
gehen,verwirklichte er sich einen Traum. Er wollte das Land suchen, von
dem die alten Sagen berichteten.
Dieses Land wurde 875 von Gumbjörn
Krake gesichtet, es erweckte in ihm aber keine Entdeckerlust, da er nur
Nebel, Treibeis und schneebedeckte Gipfel vor sich sah. Dieses Land
hatte als "Gumbjörnschäre" in den alten Erzählungen der Isländer
weitergelebt.
Erik segelte mit 32 Genossen Richtung Grönland und verbrachte
dort die 3 Jahre seiner Verbannung. Er entdeckte an der Westküste grüne
Täler, fischreiche Flüsse und Bäche, die genügend Nahrung versprachen.
Er nannte das Land Grönland ( grünes Land ) um andere Isländer zu
ermutigen, ihm dorthin zu folgen. Nach den 3 Jahren traute er sich
wieder nach Island ,um seine Frau und die Kinder nach Grönland zu
holen.
Viele Norweger hatten bei der Besiedlung Islands den Zeitpunkt
verpaßt, gute Weideflächen für ihr Vieh in Besitz zu nehmen. So folgten
sie ihm nach Grönland, wo sie Wiesen fanden, um ihr mitgebrachtes Vieh
zu weiden. Von den ursprünglich 25 Schiffen, erreichten nur 14 das Ziel.
Ca. 700 Menschen waren die ersten Siedler der Wikinger auf Grönland, der
größten Insel der Welt.
Damals, um das Jahr 1000, war das Klima um
einige Grade wärmer als heute.
Zu der Blütezeit gab es 2 Siedlungen
mit ca. 3000 Einwohnern auf Grönland. Die Namen waren Austbygd und
Vestbygd. Erik gründete seinen Hof Brattahild in Austbygd.
In der
Nähe des Ortes Narsasuag, findet man noch die freigelegten Grundmauern
der 1.christlichen Kirche auf Grönland. Diese Kirche wurde, auf das
Bestreben von Eriks Frau hin, gebaut.
Es gab viel Zuzug aus Island, doch an einer großen Epidemie im
Jahre 1002 starben viele Siedler. Auch Erik der Rote starb daran im
Jahre 1003. Wahrscheinlich wurde die Seuche mit den neuen Siedlern ins
Land gebracht. Die Kolonien selbst bestanden bis zum 15.
Jahrhundert.
Das Leben auf Grönland war äußerst beschwerlich. Es muß wohl
ähnlich dem der Eskimos gewesen sein. Getreide konnte nicht angebaut
werden. Lebensnotwendiges Heizmaterial fehlte, ebenso wie Nahrung. Die
mitgebrachten Tiere mußten für die Nachzucht geschont werden und
pflanzliche Nahrung war ebenfalls knapp. Der Fisch - und Walfang, sowie
die Jagd sicherten aber das Überleben auf einer Insel, auf der acht
Monate im Jahr keine Sonne scheint.
Es gab auch Spannungen der rivalisierenden Glaubenslehren.
Ganze Familien wurden dadurch gespalten. Auch Eriks Familie blieb nicht
verschont. Während seine Frau und die Kinder sich dem christlichen
Glauben zuwandten, blieb Erik bei seinen heidnischen Göttern. Zur
Blütezeit besaß die Wikingerkolonie auf Grönland einen Bischof, der
sogar in Verbindung mit Rom stand.
Aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahlen,begannen die
Wikinger einen lebhaften Handel mit Island und Europa.Pelze und
Walrosszähne gegen Getreide, Eisen und Salz. Ein reger Schiffsverkehr
zwischen Grönland und dem fernen Europa, fand über eine beachtliche
Zeitspanne von ca. 300 Jahren statt. Dieser Schiffsverkehr wurde immer
spärlicher um irgendwann ganz aufzuhören. Als keine Nachricht mehr von
Grönland nach Skandinavien kam, schickte der norwegische König Magnus
Eriksson eine Expedition nach Grönland, um das Schicksal der
Grönland-Wikinger zu erforschen. Man fand aber nur verlassene Siedlungen
und keine lebenden Einwohner mehr. Was war geschehen ? War es
Holzmangel, Nahrungsmangel oder die Übermacht der Eskimos ? Waren die
Wikinger diesem Druck gewichen und nach Amerika ausgewandert? Gab es
neue Krankheiten oder Klimaverschiebungen, wodurch das Inlandeis immer
näher an die Siedlungen kam? Viele offenen Fragen, über die Experten
heute noch unterschiedlicher Meinung sind. Aber Mitte bis Ende des 14.
Jahrhunderts endete die Ära der Wikinger auf Grönland
unwiederruflich. Erik der Rote blieb unvergeßlich !
Erik hatte wahrscheinlich 4 Kinder. Sein 2. Sohn, Leif
Eriksson, entdeckte um das Jahr 1000 Nordamerika(das heutige Neufundland
). Er war dort vermutlich der erste Europäer, der nachweislich dort
landete. Leif nannte das Land Vinland, vermutlich weil sie dort
Weinreben vorfanden.( Vin = Wein )Es könnte aber auch aus dem Wort "vin"
für Weidefläche stammen. Dies geschah 450 bis 500 Jahre v o r der
Entdeckung durch Christoph Columbus und vor Amerigo Vespucci. Erik
wollte an dieser Reise eigentlich teilnehmen, brach sich aber vorher bei
einem Sturz vom Pferd das Bein. Dies wertete er als schlechtes Omen und
nahm daher nicht an dieser Reise teil.
Es gibt die sogenannte Grönland Saga. Sie berichtet über die
Besiedlung Grönlands durch Erik den Roten, über den Tod vieler Menschen
bei der Überfahrt von Island nach Grönland, dem Leben mit dem ewigen
Licht und der ewigen Finsternis und den schwierigen Zeiten der
Besiedlung.
