Das Islandpferd

 

Kleine Einführung in Rasse und Ursprung


Generell gibt es den "Typ des Islandpferdes nicht" Es gibt keinen allgemeingültigen Rassestandard, daher kann der Züchter auf Basis der Reinzucht, seinen bevorzugten Typ züchten. Das heißt, das sich die Herkunft jedes Pferdes, anhand der Papiere, zweifelsfrei bis zur Insel Island zurückverfolgen läßt. Es gibt Derbe, Feine, Elegante, Sensible, Ausgeglichene, Scheue, Harte und Unerbittliche. Trotzdem , sieht man ein stämmiges Kleinpferd mit solidem Körperbau, wenn auch nicht unbedingt geradem Fundament, mit starken Knochen, kräftiger Hinterhand mit abgeschlagener Kruppe , viel Langhaar und großen, intelligenten Augen, weiß man : Ein Islandpferd !!

1.wichtiges Auswahlkriterium für Zuchtpferde ist der Charakter. Er sollte gutartig und von angenehmen Temperament sein. Das hatte früher auf Island sehr pragmatische Gründe. Ein Reitpferd sollte gutartig, flott, trittsicher und einfach im Umgang sein. Es gab immer genug Pferde und fiel ein Tier durch seinen Charakter unangenehm auf, wurde es als Fleischlieferant genutzt. Es kam nie dazu, seine ungeliebten Eigenschaften weiterzuvererben. Heute wird wohl nicht anders verfahren.

2.wichtiges Auswahlkriterium sind die Gänge. Sie sollten schnell ,flüssig, locker und taktklar sein. Der Tölt ist das Ziel. Von einem guten Tölt, lasssen sich alle anderen Gänge ansteuern. Ein guter Züchter muß darauf achten, daß seine Pferde sich in mindestens einer der drei mittleren Gänge schnell und flüssig reiten lassen. Ein echter Natürtölter ist nach isländischer Auffassung ein Pferd, das schnell gehen kann, endlos viel Takt bei lockeren und flüssigen Bewegungen hat. Teilweise wird hier auf dem Kontinent ein Pferd schon mit diesem Begriff bezeichnet,wenn es zwar viel Tölt zeigt, die Bewegungen aber kurz, unattraktiv und nicht sehr schnell sind. Das hat mit einem Naturtölter wenig zu tun.

Das 3. nicht ganz so wichtige Kriterium ist das Gebäude. Man sagt ,wenn ein Pferd gut tölten kann, stimmt schon ziemlich viel.Das Erscheinungsbild sollte ungefähr so sein:


Kräftiger Kopf mit entsprechenden Zähnen
Nicht zu schmaler Rumpf mit großen Verdauungsorganen
Starkes Körper- und Langhaar
Stockmaß 130 cm bis ca. 140 cm
Robustheit hat absoluten Vorrang vor Schönheit
Die Hufe sind meist sehr gut.

Beim Islandpferd gibt es ca. 100 verschiede Farbstellungen. Das zeigt, daß diese Rasse nie hochgezüchtet wurde. Eine lange, selektive Zucht führt meist zu wenigen bzw. einheitlichen Farben.


Der Ursprung der Rasse liegt wohl im 9.Jahrhundert,als norwegische Bauern mit Drachenbooten ihre Heimat Richtung Island verließen. Im Gepäck hatten sie auch ihre Reitpferde. Abkommen von Germanen - und Keltenponys aus Schottland. Das Pferd galt als heiliges Tier, man trug Talismane mit seinem Bild, es wurde das Zeichen der Würde und Macht der Stammesführer. Berührte ein Unbefügter ein Tier, stand darauf die Todesstrafe.


Das Reisen auf Island ist so schwer, wie sonst nirgendwo im Norden. Ohne das Islandpferd wäre die Insel wohl nicht bewohnbar geblieben. Die Arbeiten bewältigten Mensch und Tier gemeinsam. Die Pferde dienten als Packtiere, als Reittiere, als Kranken - und Totentransporter. Sie waren und sind heute noch unersetzbar beim Schaafabtrieb und nicht zu vergessen, als Nahrungsquelle. Rinder gedeihen nicht bei diesem Klima.


Zur Zeit der Althings ( Parlamente ) wurde bis heute ein Einfuhrstop für Pferde erlassen. Das heiß auch, daß ein Pferd, welches einmal die Insel verlassen hat, nie mehr zurückkehren darf. Daher ist die Einmaligkeit, Reinheit und auch ursprüngliche Schönheit der Wikingerpferde so rein erhalten geblieben, wie es einst die Dichter beflügelt hat.


Noch ohne Reiter
werd´ ich stets
ein Roß der Götter sein
ein Mann jedoch
ohne
ein Pferd
ein Mann


In der Schnelligkeit
meiner Dunkelheit
flüster´ich Donner zu.
Ich bin geduldig wie Gestein
wild gleich
dem Blitz -
Ursymbol
anbrandener Stärke
und
der Kraft der Bewegung.

Eine typische Eigenschaft dieser Rasse, ist der Rufname des Pferdes. Da gute Zucht- und Reitpferde auf Island immer sehr wertvoll waren, sind die Namen eine Beschreibung ihres Aussehens oder ihrer Eigenschaften. Garpur (der Tapfere), Odinn (der höchste Gott),Glaesir (der Elegante), Sindri (der Funkensprühende) usw.


Arbeitspferde bekamen meist eher gewöhnliche Namen wie Brunn (der Braune), Blesi (der mit der Blesse).


Überäll auf der Welt erhalten Isländer einen Namen in ihrer " Muttersprache ".Es ist auch üblich den Tieren einen Nachnamen zu geben, der den Ort ihrer Herkunft bezeichnet.


Alles in Allem ist das Islandpferd , ein wundervoller Partner für Erwachsene und Kinder.
Es ist willig, fleißig, von angenehmem Temperament, robust und gesund.


Wichtig ist aber, daß diese Tiere niemals vor dem 5. Lebensjahr angeritten werden. Besser sogar erst mit 6 Jahren. Dann bleiben sie sehr, sehr lange gesund und reitbar. Vorher sollte es in der Herde geboren und aufgewachsen sein, und möglichst wenig Kontakt zu Menschen gehabt haben. Dann bleibt der natürliche Respekt, den diese Rasse auszeichnet, erhalten. Sie sind sehr respektvoll, zurückhaltend aber nicht ängstlich..


 

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